Philippe Block

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Philippe Block is Assistant Professor of Building Structure and head of the BLOCK Research Group at the Institute of Technology in Architecture at ETH Zurich. He is a structural engineer and architect, trained at the Vrije Universiteit Brussel (VUB) in Belgium and Massachusetts Institute of Technology (MIT) in the USA. Block specialises in equilibrium analysis of unreinforced masonry vaults, computational form-finding and optimisation of curved surface structures, and innovation in fabrication and construction of such structures. He applies his research into practice on the structural assessment of historic monuments and the design and engineering of novel and expressive shells.

Date of presentation

1 Apr, 2014

Review - Digitale Gotik

Mit seinem Vortrag vom 1. April 2014 bietet Philippe Block, seit 2009 Assistenzprofessor für Tragkonstruktionen am Architekturdepartement der ETH Zürich, dem Publikum im voll besetzten Hörsaal E3 eine mitreissende Einführung in die Möglichkeiten filigraner Gewölbestrukturen. Er erreicht mit seiner klaren und verständlichen Sprache und viel Humor nicht nur die Fachleute der Statik, sondern auch den gewöhnlichen Laien – und als solchen versteht sich der Grossteil der Zuhörerschaft, also Studierende und Lehrende der Architektur. Dies ist umso bemerkenswerter, da hinter seiner Forschung zu dreidimensionalen Gewölbestrukturen viel Mathematik und computergestützte Analysemodelle stecken. Sie beruhen auf dem zeichnerischen Analyseverfahren, das im Wesentlichen auf den ehemaligen ETH-Professor Karl Culmann und sein 1866 erschienenes Standardwerk «Die graphische Statik» zurückgeht. Nicht zuletzt den Eiffelturm haben wir der grafischen Statik zu verdanken, so Block.
Doch wo beim Eiffelturm die Grenzen der grafischen Methode erreicht werden, eröffnen sich mit der computergestützten Gleichgewichtsanalyse im dreidimensionalen Raum gänzlich neue Möglichkeiten mit einer fast unbegrenzten Formenvielfalt. Hier zeigt sich auch Philippe Blocks Fähigkeit, aus dem Blick in die Vergangenheit neue Wege auszuloten. Was den früheren gotischen Baumeistern nur mit ihrem über Jahrhunderte gewachsenen, empirischen Wissen gelang, und was mit dem Siegeszug des Stahlbetons bereits als geschichtliche Episode abgeschlossen galt, ist nun mit Computertechnik wieder möglich: dünne, nicht armierte Gewölbe, gefügt aus einzelnen Steinen. Dass er neben dem technisch Machbaren auch das ökonomisch Sinnvolle im Blick behält, beweist Block anhand eigener realisierter Projekte, etwa in Äthiopien, wo er mit ortstypischen Lehmziegeln Deckengewölbe mauern liess und somit auf den teuren Stahlbeton verzichten konnte.
Nach Philippe Blocks Vortrag kann man gespannt sein, wann die ersten Gewölbe auch in der Schweiz gebaut werden – Gewölbe, die nicht einer formalen Spielerei entspringen, sondern Material einsparen, langlebig und somit kostengünstig sind, und nicht zuletzt anmutig und schön.

Christopher Metz

 
 
Page URL: https://www.arch.ethz.ch/en/news-und-veranstaltungen/departementsvortraege/on-architecture2/Philippe-Block.html
Sun May 28 18:29:35 CEST 2017
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