Alex Lehnerer

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Alex Lehnerer, an architect and urban designer, is currently Assistant Professor of Architecture and Urban Design at the ETH Future Cities Laboratory in Singapore. He was previously based in Chicago, where he was a professor at the Illinois School of Architecture. He received his PhD from ETH Zurich and his MArch from the University of California at Los Angeles (UCLA). Lehnerer founded the Department of Urban Speculation (DeptUS) in Chicago and is a partner of the firm Kaisersrot in Zurich. His Zurich-based architectural practice, Ciriacidis Lehnerer Architekten, tries to understand architecture as cultural practice by relentlessly exploring urban and architectural conditions – their forms, ingredients, and rules.

Date of presentation

6 May, 2014

Review - Über Städtebau diskutieren

Alex Lehnerer ist kein Unbekannter am Departement Architektur, hat er doch seit 2011 eine Assistenzprofessur mit Tenure Track für Architektur und Städtebau am ETH Future Cities Laboratory in Singapur inne. Im Rahmen des Departementsvortrags stellte er nun eine Auswahl seiner in den letzten Jahren entwickelten Projekte vor. Diverse Forschungsergebnisse, Bücher, Ausstellungen und auch einzelne Bauten resultieren aus seiner Arbeit.
Das wohl aktuellste Projekt: Zusammen mit seinem Büropartner Savvas Ciriacidis kuratiert Alex Lehnerer den Deutschen Pavillon an der diesjährigen Biennale in Venedig. Dabei findet eine Zusammenarbeit zwischen Lehnerers Professur und seinem Architekturbüro statt, wobei die Aufgabenteilung klar ist: Das Büro "Ciriacidislehnerer Architekten" übernimmt den Bau, die Professur die wissenschaftliche Arbeit. Aus dem von Rem Koolhaas vorgegebenen Thema für die Nationenbeiträge, "Absorbing Modernity 1914-2014", wurde das Konzept der "Architektonischen Montage" entwickelt. Dazu wählten sie zwei Gebäude, welche als Repräsentanten für die veränderte deutsche Identität dienen und nun an der Biennale im Zusammenhang gelesen werden sollen. Konkret wird dabei der im Jahr 1964 erbaute Kanzlerbungalow Bonn in den aus der Zeit des Nationalsozialismus stammenden Deutschen Pavillon eingesetzt. Die Biennale öffnet Anfang Juni ihre Tore. Ab dann ist auch der Pavillon von Lehnerer und Ciriacidis zugänglich und der Raum, welcher sich durch die Kombination der beiden Gebäude ergibt, kann erfahren werden – die Lesbarkeit der theoretischen Überlegungen dahinter wird sich dann beweisen müssen.
Als Mitherausgeber des Buches "The Western Town – A Theory of Aggregation" dient ihm die "Wildwest-Stadt" als Fallbeispiel. Untersucht wurde die Darstellung der Stadt in Westernfilmen, der Aufbau dieser artifiziellen Idylle als architektonisches oder städtebauliches Projekt. Aus dieser Forschungsarbeit geht eine Quelle für Spekulation zur zeitgenössischen Stadt hervor. Einen zusätzlichen Ansatz der Diskussion über Städtebau präsentiert er im Kontext einer weiteren Buchpublikation. Er mag Regeln. Sein Buch "Grand Urban Rules" enthält 115 davon. "Nicht alle davon sind gut, manche sogar richtig schlecht.", so Lehnerer. Sie als Instrumente zu verstehen und zu verwenden führe zu einer Form von Kontrolle der baulichen Entwicklung einer Stadt, die sich zwischen Freiheit und Zwang bewegt. Damit ermöglichten Regeln eine wertvolle Haltung in der Diskussion über Städtebau. Was Lehnerer im Rahmen des Vortrags nicht ausführt, ist, ob und wie er dieses Nachdenken, Diskutieren und Forschen nutzbar machen und Ideen praktisch umsetzen will.
Die Laufzeit des FCL in Singapur neigt sich dem Ende zu. Danach wird Lehnerer – mindestens bis zum Ablauf seines Tenure Track - Verfahrens – an der ETH Zürich anzutreffen sein. Auf die Aufnahme neuer Projekte, aber auch auf die Weiterentwicklung und eine mögliche Umsetzung von Lehnerers Ideen darf man hier am Departement deshalb gespannt sein.

Janina Flückiger

 
 
Page URL: https://www.arch.ethz.ch/en/news-und-veranstaltungen/departementsvortraege/on-architecture2/Alex-Lehnerer.html
Sat May 27 20:59:43 CEST 2017
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