Diébédo F. Kéré

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Architect and principal of Kéré Architecture, Diébédo Francis Kéré is also the founder and director for a charitable foundation which funds educational buildings and programs in Burkina Faso. Kéré’s work has earned prestigious architectural awards, including the Aga Khan Award for Architecture in 2004, the Global Award for Sustainable Architecture in 2009, the Global Holcim Award in 2012 and the Schelling Architecture Award in 2014. He is an honorary fellow of the American Institute of Architects and the Royal Institute of British Architects. Kéré has held professorships at the Harvard Graduate School of Design as well as the Accademia di Architettura di Mendrisio.

Date of presentation

8 Nov, 2016

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CV Diébédo Francis Kéré  

Rezension – Innovation durch Bescheidenheit

Den frischen Wind des Paradigmenwandels in der Architektur spürt man nun auch an der ETH Zürich. Mit Diébédo Francis Kéré hat das Departement einen Gast für die Vortragsreihe im Herbstsemester 2016 organisiert, der mit seinen sehr einfachen aber intelligenten und ökologischen Bauten genau die Art von Architektur verkörpert, die auch an der Architekturbiennale in Venedig 2016 propagiert wird und die dadurch in den Vordergrund des internationalen Diskurses gerückt ist.

Geboren in Burkina Faso, ermöglichte ein Stipendium Kéré das Studium an der TU in Berlin, wo er auch heute noch lebt. Doch seine Leidenschaft bleibt die Arbeit in seiner Heimat, um dort sein fachliches Wissen anzuwenden. Die dort entstandenen Bauten machten ihn zu einem der heute meist diskutiertesten Architekten in der Fachwelt.

Schon von Beginn an präsentiert Kéré sich als lockerer und unterhaltsamer Redner, der innerhalb der folgenden Stunde mit einem sehr persönlichen und kurzweiligen Vortrag seine Bauten und seine Biografie nutzt, um den Zuhörerinnen und Zuhörern seine Denkprozesse und Haltung näherzubringen.

Bevor er eine kleine Auswahl an Projekten zeigt, ist es ihm wichtig uns – als Europäern – zunächst die Gesellschaft und Unterschiede seines Heimatlandes Burkina Faso zu zeigen. Durch den einerseits starken Fokus auf grundlegende Themen wie seine Arbeitsmethodik und Ethik und andererseits präzisen Erklärungen zu Bauprozessen und Konstruktion seiner Gebäude gelingt es ihm, dem Publikum ein gesamtheitliches Bild seiner Haltung zur Architektur darzulegen.

Ein wichtiges Thema für Kéré ist sein innerer Konflikt zwischen westlicher Ausbildung und Denkweise und seinen afrikanischen Wurzeln. In der Diskussion nach dem Vortrag ist dies erneut Thema und Kéré erklärt, dass er sich in beiden Welten verankert sieht. Wahrscheinlich ist das einer der vielen Gründe für seinen Erfolg.

Bei all seinen Projekten stehen Partizipation und Identifikation der lokalen Bevölkerung stark im Vordergrund (auch wenn er es so niemals formulieren würde, da er von Fremdwörtern nicht viel hält, wie er uns schmunzelnd wissen lässt). Durch ökonomische Zwänge und einer quasi nicht vorhandenen Bauinfrastruktur sind Kérés Projekte zu einer Bescheidenheit gezwungen, die jedoch schlussendlich durch seine innovativen Ideen in Anwendung lokaler Materialien und Bautraditionen intelligent und stark daherkommen. Seine Aussage am Schluss: „Ich habe keine Vision – ich bin ein leidenschaftlicher Architekt“ fasst diese Haltung gut zusammen.

Jan Westerheide

 
 
Page URL: https://www.arch.ethz.ch/en/news-und-veranstaltungen/departementsvortraege/be-constructive/diebedo-francis-kere.html
Mon Jul 24 04:41:45 CEST 2017
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