Jahrbuch 1999 Diplomwahlfächer, Prof. Maia Engeli/Doz. Urs Hirschberg
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Austauschsemester

Diplomwahlfächer

Prof. M. Engeli/
Doz. U. Hirschberg

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CAAD Computerunterstützter Architektonischer Entwurf

Die CAAD Diplomwahlfachkurse, Phase(x) und fake.space führen auf unterschiedliche Weise in das Entwerfen mit dem Computer ein. Beiden Kursen gemeinsam ist, dass der Computer nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Medium verstanden wird. Einerseits werden die gestalterischen Möglichkeiten, die durch die Anwendung bestimmter Modellier- und Darstellungstechniken entstehen, thematisiert und an konkreten Aufgaben erprobt. Daneben geht es aber auch um die Computerunterstützung in einem weiteren Sinn: um den Computer als Mittel zur kreativen Zusammenarbeit in vernetzten Umgebungen. Die Websites der Kurse sind zugleich ein wesentlicher Teil der Arbeitsumgebung: sie verwalten und präsentieren die Gesamtheit der Arbeiten und ermöglichen einen intensiven Austausch von Ideen und Fertigkeiten unter den Teilnehmern. Das System ist transparent: die Arbeit (und damit der Einfluss) jedes einzelnen ist darin ebenso sichtbar wie die Entwicklung des gesamten Systems als Summe aller individuellen Beiträge. Diese mehrfache Lesbarkeit, diese Transparenz in der Informationsarchitektur, erlaubt es, das Werkzeug und das Medium Computer direkt zu verbinden und führt zu einem spannungsvollen Wechselspiel zwischen der individuellen und der kollektiven Kreativität.

http://space.arch.ethz.ch


fake.space(iii) Wintersemester 1998:

das Wachstum des fake.space Systems im Verlauf des Semesters. Jeder Punkt steht für einen individuellen Beitrag, der an einer präzisen Stelle dem bestehenden System angegliedert wurde. Das Zentrum bildet der fake.space connector, der zentrale Anknüpfungspunkt für alle Arbeiten. Um diesen herum stehen acht Begriffe, welche sich auf Texte zu Raum und Raumdarstellung beziehen, als Ausgangspunkt der Auseinandersetzung zur Verfügung. Die gezeigte Darstellung dient auch als Navigationsinstrument.


Phase(x)3 Sommersemester 1999:

Semesterablauf als Prozess dargestellt. Die Arbeiten werden in verschiedenen Phasen von verschiedenen Verfassern weiterentwickelt. Es entsteht eine kollektive Autorenschaft.
Die gezeigte Darstellung der Arbeiten kann dynamisch verändert werden, indem verschiedene, durch den Autor selbst gewählte oder durch die Bewertung des Kollektivs entstandene Parameter für die Anordnung einbezogen werden.

In fake.space bilden die Studierenden eine «online community», die gemeinsam das «fake.space node system» aufbauen, in welchem die einzelnen Beiträge thematisch geordnet und durch Links verbunden sind. Themen der einzelnen Beiträge sind verschiedene Aspekte von Raum und Raumdarstellung, welche anhand der Wohnungen der Studierenden untersucht werden. Das wesentliche Prinzip ist das der Kontextualität: jede Arbeit wird als Reaktion auf eine bestehende Arbeit gestaltet und auch in diesem Kontext dargestellt.

Die Gesamtheit der in fake.space versammelten Arbeiten bildet eine Art kollektiver Erzählraum, der auf verschiedenste Arten erkundet werden kann und immer wieder neue, sehr persönliche Geschichten birgt. Jeder Autor kann in fake.space seine Spuren hinterlassen, aber das gesamte System entzieht sich der Kontrolle durch einen einzelnen. In diesem Sinn kann man fake.space als digitale Stadt verstehen.


Arbeiten von Alessandra Wüst, Marc Pointet, Annette Spindler, Frank Müller, Stephan Schöller, Stephan Britschgi, Christoph Burkhardt

 





Phase(x) führt durch verschiedene Lernphasen in die Prinzipien des geometrischen Modellierens mit CAAD ein. Dabei werden jeweils die Resultate einer Phase und eines Autors in der nächsten Phase von einem anderen Autor weiterbearbeitet. Da den Studierenden freigestellt ist, welche Arbeit sie weiterbearbeiten wollen, kann die Gesamtheit der Arbeiten wie ein evolutives System betrachtet werden, in dem nur die "fittesten" Arbeiten überleben.
In Phase(x) wird die individuelle durch eine kollektive Autorenschaft ersetzt, da alle Beziehungen zwischen Verfassern, Arbeiten und Zeitachse aufgezeichnet werden und dargestellt und ausgewertet werden können. Dadurch impliziert Phase (x) ein neues kulturelles Modell von verteilten Urheberrechten, in dem jede erfolgreiche Teilnahme an einer Zusammenarbeit auch eine klar definierte Anerkennung des Teilnehmers ergibt - eine wesentliche Voraussetzung für die Arbeitsteilung in der vernetzten Gesellschaft.

Arbeiten von Christian Bianda, Robert Munz, Beatrice Wölner-Hanssen, Aimée Fäh, Georg Hümbelin, Henrik Hansen

Zum Seitenanfang Assistenz: Fabio Gramazio, Maria Papanikolaou, Bige Tunçer, Benjamin Stäger