Ausstellung "Alberto Camenzind"

Prof. Dr. Werner Oechslin
Prof. Flora Ruchat-Roncati
Thomas Hänsli
Bruno Maurer

Das gebaute Werk des im Jahre 1914 geborenen Tessiner Architekten Alberto Camenzind erlangte innerhalb der Tessiner Architektur eine herausragende Bedeutung. Sein zahlreiche Einfamilienhäuser, grössere öffentliche Bauten und städtebauliche Projekte umfassendes Werk repräsentiert, zusammen mit den Bauten anderer Tessiner Vertreter dieser Generation, das Moderne Bauen der 40er bis 60er Jahre im Tessin. Die Bedeutung, die diesen Architekten heute beigemessen wird, mag nicht zuletzt daher rühren, dass diese Generation als Wegbereiterin der weltweit beachteten "Tendenza" gilt.

Die Rezeption des Schaffens von Alberto Camenzind beschränkte sich bis anhin auf sein gebautes Werk - sehr zu Unrecht, denn sein Oeuvre ist äusserst facettenreich. Eine wichtige Zäsur in seiner Bautätigkeit setzte seine Berufung als Chefarchitekt und Co-Direktor der Exposition Nationale 1964 in Lausanne, für welche er das Gesamtkonzept ausarbeitete und in wesentlichen Teilen auch selber umsetzte. 1965 wurde Alberto Camenzind als Professor an die ETH Zürich berufen, wo er sich bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1981 der Lehre - einem weiteren wesentlichen Aspekt seines Schaffens - widmen sollte. Trotz der unbestrittenen Bedeutung, die Alberto Camenzind als Wegbereiter der neueren Tessiner Architektur und als Lehrer einer ganzen Generation Schweizer Architekten zukommt, ist sein umfangreiches Werk bislang nur ungenügend dokumentiert, zumal die wenigen zeitgenössischen Publikationen seiner Werke nur einen sehr kleinen Ausschnitt aus seinem gebauten Werk wiedergeben. Ziel dieser Forschungsarbeit ist eine kritische und vollständige Aufarbeitung der drei Aspekte von Alberto Camenzinds Schaffen - seines gebauten Werks, seines Wirkens als 'homo politicus' im Rahmen der Expo '64 und seiner Lehre an der ETH. In einer in der Reihe 'Dokumente zur modernen Schweizer Architektur' des Institutes gta erscheinenden Publikation werden diese drei Aspekte in Beiträgen verschiedener Autoren aufgearbeitet und dargestellt. Die Ausstellung wird erstmals von Dezember 1996 bis Januar 1997 im Hauptgebäude der ETH Zürich gezeigt.