Jahrbuch 2000 dt. / e.
Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung (ORL)
Einführung

Studienplan

1. Jahr

2. Jahr

3. und 4. Jahr

Institut gta

Institut HBT

Institut ID

Institut ORL

Prof. Dr. Hans Flückiger
Prof. Christophe Girot
Prof. Franz Oswald
Prof. Dr. Willy A. Schmid

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Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung (ORL)

Das in seiner Art in der Schweiz einzigartige Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung widmet sich der Erforschung nachhaltiger Gestaltungsmöglichkeiten des Lebens- und Wirtschaftsraumes. Mit den Professuren für Architektur und Städtebau, für Landschaftsarchitektur, für Landschafts- und Umweltplanung und für Raumordnung wirkt es an verschiedenen Diplomstudiengängen der Departemente Architektur, Bau, Umwelt und Geomatik sowie Umweltnaturwissenschaften mit. Das interdisziplinär arbeitende ORL-Institut verfügt über zahlreiche nationale sowie internationale Kontakte und legt grossen Wert auf einen Wissensaustausch zwischen Hochschule und Praxis.

Das Jahr 1999 begann für das ORL-Institut mit großen Herausforderungen. Nach dem Tod von Prof. Dr.-Ing. Dieter Kienast war eine Fortführung der verwaisten Professur für Landschaftsarchitektur sicherzustellen. Erfreulich rasch konnten ab 1. Oktober mit Gastprofessor Christophe Girot, der bisher an der Ecole Nationale Supérieure du Paysage de Versailles gelehrt hatte, Forschung und Lehre der Landschaftsarchitektur weitergeführt werden. Mit der im Dezember eröffneten Ausstellung «Lob der Sinnlichkeit» im ETH-Hauptgebäude würdigte das gta das Werk Dieter Kienasts.

Große Aussenwirkung zeigten 1999 die Veranstaltungen, die von den Professuren des ORL-Institutes getragen wurden. Im August fand auf dem Monte Verità die von der Professur für Landschafts- und Umweltplanung in Kooperation mit dem Centre for GIS and Modelling der University of Melbourne organisierte Tagung «Our Visual Landscape» statt. Konferenzteilnehmer aus 18 Ländern diskutierten Techniken zur Analyse, Modellierung und Visualisierung sowie zum Schutz der Landschaft.

Auch die erneute Durchführung der interdisziplinären Vortragsreihe «Grenzland» durch die Professur für Landschaftsarchitektur fand grosse Ressonanz.

Unter der Leitung der Professur für Architektur und Städtebau veranstaltete das ORL-Institut in Kooperation mit dem Amt für Städtebau und der Fachstelle für Stadtentwicklung in Zürich sowie Interessensvertreter und -vertreterinnen der schweizerischen Immobilienwirtschaft die Veranstaltungsreihe «Gesichter der Stadt». Mit den Veranstaltungen «StadtEinsichten», der Tagung «Global–Lokal», dem ORL-Seminar «StadtUmbau – Strategien und Fallbeispiele aus der Praxis» und dem Schlussanlass «Die gute Stadt» wurde der Wirtschaft, der Politik und der Wissenschaft ebenso wie der interessierten (Fach-)Öffentlichkeit ein breites Angebot an Diskussionsgelegenheiten offeriert. Dieses erfreute sich ebenso wie die begleitende Ausstellung im Zürcher Helmhaus regen Interessens.

Auf grossen Anklang stiess auch das im Februar von der Professur für Raumordnung durchgeführte ORL-Seminar «Die Grundzüge der Raumordnung auf dem Prüfstand der Wirtschaft: Raumordnung und Investorenverhalten am Beispiel der Immobilienwirtschaft». Ziel dieses Seminars war, auf der Basis eines Erkenntnisgewinns über das Verhalten des Immobilienmarktes in Bezug auf die Grundzüge der Raumordnung den Dialog mit der Wirtschaft zu vertiefen.

Als neues Weiterbildungsangebot der Professur für Raumordnung konnte das «Forum für Raumordnung» mit sehr positiven Rückmeldungen aus der Teilnehmerschaft etabliert werden. Das Ziel des Forums ist es, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis zu verbessern und damit die sich stellenden Herausforderungen und die sich ändernden Rahmenbedingungen in der Raumordnung nicht nur in der Forschung und Lehre, sondern auch in der Weiterbildung zu kommunizieren. Das «Forum für Raumordnung 1998/99» setzte sich in insgesamt zehn Einzelveranstaltungen mit dem Themen-komplex «Raumordnung im Wettbewerb» auseinander. Das «Forum für Raumordnung 1999/2000» zum Thema «Die Agglomeration als neuer funktionaler Raum» wird in Kooperation mit dem Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum (WWZ) der Universität Basel durchgeführt.

Mit der auf das Wintersemester 1999/2000 begonnenen neukonzipierten Nachdiplomausbildung in Raumplanung engagiert sich das ORL-Institut in der interdisziplinären Raumplanerausbildung und setzt damit eine mehr als 30-jährige Tradition fort. Die Nachdiplomausbildung wird von allen Professuren des ORL getragen und bildet das integrierende Element des interdisziplinären Instituts. Die Revision und Neukonzeption der Nachdiplomausbildung am ORL-Institut reagiert auf die neuen Herausforderungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Raumplanern. Das ehemals einjährige Vollzeitstudium wurde durch ein zweijähriges berufsbegleitendes Nachdiplomstudium in Raumplanung (NDS) abgelöst. Das erste Jahr kann eigenständig als Nachdiplomkurs «Entscheidungsfaktor Raum» (NDK) absolviert werden. Das NDK ist ein Grundkurs für Personen, die raumwirksam tätig sind und sich in den unterschiedlichen Denk- und Argumentationsweisen der raumrelevanten Disziplinen fortbilden möchten. In insgesamt sechs einwöchigen Modulen bieten neun Professuren der ETH Zürich und Lausanne sowie der Universitäten Zürich, Basel und Lüneburg Lehrveranstaltungen an. Das NDS richtet sich an Personen, die sich mit komplexen räumlichen Problemen auseinandersetzen wollen. Auf der Basis eines Diplomabschlusses in einer raumrelevanten Disziplin und des NDK vertiefen die NDS-Teilnehmer die im NDK erworbenen Grundkenntnisse in Raum-, Stadt-, Landschafts-, Umwelt- und Verkehrsplanung und erwerben Kenntnisse in Projektmanagement, Systems Engineering und Rauminformation. Eine dreimonatige Nachdiplomarbeit schliesst die Ausbildung ab.

1999 erschien als weitere Neuerung am ORL-Institut erstmals eine Ausgabe der Zeitschrift DISP, die unter den neu eingeführten Gremien «Herausgeberbeirat» und «Referee Board» entstand. Damit konnte das international beachtete und auf schweizerischer Ebene einmalige wissenschaftliche Publikationsorgan des ORL-Instituts weiterqualifiziert werden. Darüber hinaus wurde die DISP in dem von der EU geförderten Projekt PLANUM, das einen gemeinsamen Internetauftritt europäischer Planungszeitschriften realisiert, als assoziiertes Mitglied plaziert.

Prof. Dr. Hans Flückiger

Vorsteher

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