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Zu Recht sind wir stolz darauf, dass Architektur ein hohes Potential für rationale Problemlösungen besitzt. Aber damit allein ist die nie erlahmende Faszination der Gesellschaft durch Architektur nicht erklärt. Im Gegenteil: Die Fähigkeit von Architektur, stumm zu ihrem Publikum zu sprechen, psychische Reserven freizusetzen und oft genug sogar den Zugang zu spirituellen Dimensionen zu eröffnen, wird heute wieder weit höher geschätzt als seit langer Zeit. Sind Sakralität und Aura also nach wie vor ureigene Bezirke der Architektur? Welche Reflexion und Verantwortung braucht es, damit Architektur nach der Erfahrung der Moderne ihr irrationales, Wirklichkeit transzendierendes, zuweilen magisches Instrumentarium neu entdecken kann? Drei weltweit prominente Architekten helfen uns, diese Fragen aus ihrem individuellen Blickwinkel und aus dem Fundus ihrer Kreativität zu beantworten. Mario Botta hat durch sakrale Orte und Räume von hoher Individualität wichtige Akzente gesetzt. Gottfried Böhm gehört zu den prägenden Kirchenbaumeistern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Rafael Moneo hat für das Sakrale eine zeitgemässe Sprache gefunden und erzielt bei Profanbauten eine berückende Sublimität.
Prof. Mario Botta
Architekt, Lugano
In Mario Bottas Werk nehmen die Sakralbauten eine ganz besondere Stellung ein. Ihre Aura beziehen sie aus der strengen Reduktion der Formen, dem bedachten Einsatz der Materialien und aus einer gezielten Lichtführung. Mit diesen Mitteln hat er sakrale Orte und Räume von hoher Individualität geschaffen und dabei wichtige Akzente gesetzt.
Date |
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10/14/2008 |
Time |
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18.00 Uhr |
Place |
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HIL E 4 (Auditorium) |
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